Die Technik im Clinch mit der Gesundheit

Die Technik im Clinch mit der Gesundheit
18.02.2005

LANDESPOLITIK ( 18.02.2005 14:17 )

Die Technik im Clinch mit der Gesundheit

Grüne wollen mobilfunkfreie Zonen / Gesundheitliche Folgen des Mobilfunks müssen besser erforscht werden

Saarbrücken. Die Grünen im saarländischen Landtag haben die Landesregierung aufgefordert, mobilfunkfreie Zonen um Schulen und Kindergärten einzurichten, in denen keine Mobilfunkstationen errichtet werden dürfen. Dazu der Fraktionsvorsitzende Hubert Ulrich: „Aktuelle Forschungen gehen davon aus, dass die athermische Strahlung, die der Mobilfunk verursacht, ein erhebliches gesundheitliches Gefahrenpotenzial in sich birgt. Die Landesregierung muss deshalb jetzt Vorsorge treffen, damit insbesondere Kinder besser geschützt werden können.“ Dabei gehe es nicht um die Verhinderung von Mobilfunk, sondern um den maximalen Gesundheitsschutz für die Bevölkerung.

Die Grünen wollen vor diesem Hintergrund, dass die Landesregierung ein Gutachten über die gesundheitlichen Folgen der Mobilfunkstrahlung insbesondere in Wohngebieten erstellen lässt. Bereits vor zwei Jahren hatte die Partei die Landesregierung aufgefordert, eine Befragung unter den niedergelassenen Ärzten zu den Folgen der Mobilfunkstrahlung in Wohngebieten durchzuführen. Damals hatten die Saar-Grünen auf den so genannten Freiburger Appell hingewiesen, in dem über hundert niedergelassene Ärzte ihre Erfahrung mit der Mobilfunktechnologie niedergelegt haben. Krebserkrankungen, hirndegenerative Erkrankungen, Verhaltensstörungen, innere Unruhe und eine ganze Reihe anderer signifikanter Erkrankungen, die in einem direkten Zusammenhang zur Errichtung von Mobilfunksendern, insbesondere in Wohngebieten stehen, wurden offenbar durch diese Ärzte nachgewiesen.

Die saarländische Landesregierung kündigt bereits seit längerem an, das Saarland zum Mobilfunk-Modelland zu machen. Nach Ansicht der Grünen lässt diese Ankündigung erwarten, dass die Landesregierung das Vorhaben „ohne Rücksicht auf Verluste vorantreiben“ wolle. Dies belege auch die bisherige Gutachtenpraxis der saarländischen Landesregierung: Hubert Ulrich: „Dass das Wirtschaftsministerium und nicht das für diese Fragen zuständige Gesundheitsministerium Auftraggeber der bisherigen Untersuchungen war, lässt nichts Positives erahnen. Auch das bisherige Untersuchungsziel macht deutlich, dass hier nicht die Gesundheit der Bevölkerung im Vordergrund steht. Eine Überprüfung ohnehin zu hoher Grenzwerte bringt eben nur Aufschluss über die Einhaltung von Vorschriften. Es gilt aber, kausale Zusammenhänge zwischen einer Gesundheitsgefahr für unsere Bevölkerung und dem Vorhandensein von Funkwellenemmitenten zu untersuchen. Aufschluss über Auswirkungen auf die Gesundheit von Lebewesen können daher nur medizinische Befunde liefern und nicht bestellte technische Gutachten.“

http://www.saar-echo.de/news.php?news_ID=19117
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