Sonntag, 20. Februar 2005

Umweltmedizin: Harmlose Handys ?

Umweltmedizin: Harmlose Handys?

Der Salzburger Umweltmediziner Dr. Gerd Oberfeld liefert brisante Daten zum heiß diskutierten Thema "Welche Gesundheitsgefahren birgt die mobile Kommunikation?".

Zahlreiche wissenschaftliche Publikationen belegen seit Jahrzehnten, dass neben Stromschlä-gen und Hitzewirkungen eine Vielzahl weiterer biologischer und gesundheitlicher Folgen des Elektrosmogs besteht. Die meisten Ärzte - und bis vor wenigen Jahren ich selbst - wussten da-von nichts. Ausgelöst durch die Diskussionen um Auswirkungen von Mobilfunksendern, Mobilte-lefonen und DECT-Schnurlostelefonen wird nun nach und nach bewusst, wie dieses Thema von den maßgeblichen Kreisen der Industrie heruntergespielt wird. Doch immer mehr Menschen klagen über zum Teil schwerwiegende Gesundheitsprobleme, die sie Mobilfunksendeanlagen zuschreiben. Dazu zählen Kurzzeitgedächtnisstörungen, Gefühl einer inneren Unruhe, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Antriebslosigkeit, Energiemangel, Schlafstörungen etc. Diese Be-schwerden decken sich mit den wissenschaftlichen Untersuchungen zu hochfrequenten Strah-len. Im folgenden Beitrag werden epidemiologische Befunde zu Mobilfunksendeanlagen vorge-stellt und kommentiert, da solche Befunde einen unmittelbaren Überblick über auftretende Sym-ptome ermöglichen. Diese Ergebnisse werden durch Arbeiten zu Expositionen bei Radar- und Rundfunkanlagen unterstützt.

So genannte "negative Studien".
Untersuchungen zu Wirkungen der Mobiltelefone zeigen u.a. erhöhte Risiken für gewisse Kopf-tumoren. Als Gegenargument wird hier häufig eine unzureichende Evidenz aus Tierversuchen angeführt, doch es lohnt sich, jene Studien genauer anzusehen. Eine Analyse der so genannten negativen Langzeitstudien von mit Hochfrequenz bestrahlten Versuchstieren zeigte generell erhöhte Tumorrisiken. Da die Zahl der Versuchstiere jedoch meist um den Faktor 2 zu gering war, ergaben sich keine signifikanten Ergebnisse, was dann oft fälschlich als "negative Studien" dargestellt wurde. Tierversuche zeigen zudem, dass es nach zwei Stunden Bestrahlung mit 2.450 MHz zu Einzel- und Doppelstrangbrüchen bei Chromosomen kommt (diese konnten durch Verabreichung von Melatonin verhindert werden). Damit ist der Begriff der unschlüssigen Evi-denz bei Tierversuchen als obsolet anzusehen.

Auch wenn die Exposition beim Mobiltelefon deutlich höher ist als bei Mobilfunk- Basisstationen, zeigen sich derzeit die massiveren Auswirkungen bei letzteren. Der Hauptgrund dafür liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit in der längeren Expositionsdauer und der fehlenden Erholungsmög-lichkeit für den Organismus.

1.Technische Eigenschaften
Mobilfunk-Basisstationen senden derzeit für GSM im Bereich 935-960 MHz und 1.805- 1.880 MHz sowie bei UMTS im Bereich 1.920-2.170 MHz. Die abgestrahlten elektromagnetischen Wellen pflanzen sich im Raum fort und haben quasioptische Eigenschaften wie Reflexion an hochleitfähigen Oberflächen oder Beugung an Kanten.

1.1 Expositionswerte
Neben der elektrischen Feldstärke in V/m wird die Exposition als Leistungsflussdichte in mW/m2 bzw. µW/m2 angegeben. In Gebäuden ist je nach Baumaterial und der Lage zur Antenne die Exposition im Mittel um den Faktor 10 geringer als im Freien. Bei Metallfassaden mit Wärme-schutzgläsern findet sich eine Reduktion bis zum Faktor 1.000. Bei Dachwohnungen mit Ziegel- oder Eterniteindeckung ohne Aludampfbremse findet sich keine relevante Dämpfung. Die Expo-sitionen für GSM Einstrahlungen von Basisstationen streuen daher in einem weiten Bereich von einigen 100 mW/m² bis unter µW/m². Ein Großteil der Wohnungen in Österreich hat Expositi-onswerte im Bereich von 0,1-1.000 µW/m2.

1.2 Andere Quellen
Hochfrequente elektromagnetische Wellen werden u. a. auch von Rundfunk- und Fernsehsen-dern, Mobiltelefonen, Schnurlostelefonen (CT1, DECT/GAP), Bluetooth, WLAN, Radaranlagen, Richtfunk und Mikrowellenherden abgestrahlt.

2. Wirkungsuntersuchungen
In einer Zusammenstellung von Arbeiten zur Wirkung hochfrequenter elektromagnetischer Wel-len (Sage C, 2000) wird die Evidenz für schädliche Auswirkungen in folgenden Bereichen dar-gestellt: Effekte auf das genetische Material (DNA), chromosomale Schäden und Mikrokern-Bildung, Effekte auf die Ornithindecarboxylase (ODC), Gentranskription und -induktion, Stress-reaktion (Hitzeschockproteine), Effekte auf zellulärer Ebene (Kalzium-Ionen), zelluläre Effekte am Immunsystem, Blut-Hirn-Schranke, Blutdruck, Geschlechtsorgane, Kanzerogenese, subjek-tive Symptome bei Benutzern von Mobiltelefonen, neurologische Effekte, Störungen bei Neu-rotransmittern, Augenschädigungen, Verhaltensänderungen, Lernfähigkeit/Gedächtnis, kognitive Funktionen und Schlaf.

Wahrscheinliches Krankheitsrisiko.
Auf der Basis der vorhandenen Literatur zu elektromagnetischen Wellen kommt Neil Cherry zu dem Schluss, dass elektromagnetische Strahlung etwa von Mobilfunksendeanlagen ein wahr-scheinlicher Risikofaktor für nachfolgende Krankheiten ist: Krebs (insbesondere Gehirntumoren und Leukämie, aber auch andere Krebsarten), Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkte, neurologi-sche Effekte inklusive Schlafstörungen, Lernschwierigkeiten, Depressionen und Suizide, Fehl-geburten und Fehlbildungen (Cherry N, 2000).

3. Studien zu Mobilfunksendeanlagen
Zur Frage des Zusammenhangs zwischen Mobilfunk-Basisstationen und direkten Gesundheits-effekten gibt es derzeit zumindest fünf epidemiologische Arbeiten sowie eine experimentelle Arbeit zur Kurzzeitexposition.

3.1 Entfernungsabhängige Beschwerden
Ein Fragebogen zu 18 unspezifischen Krankheitssymptomen wurde an Personen versendet, die sich auf einen Aufruf zur Teilnahme hin gemeldet hatten (Santini R, 2002). Die dabei verwende-te Selbstselektion führt dazu, dass sich eher Personen melden, die Beschwerden durch Mobil-funksendeanlagen vermuten. Dies hat den Nachteil, dass eine Übertragung auf die Gesamtbe-völkerung quantitativ nicht möglich ist. Es schafft jedoch den Vorteil, dass Effekte eher entdeckt werden. Das mittlere Alter betrug 46 Jahre (n=530). Es zeigte sich eine Zunahme der unspezifi-schen Symptome mit der selbst eingeschätzten Nähe zum Mobilfunksender für Müdigkeit, Reiz-barkeit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, depressive Tendenzen, Konzentrationsschwierigkei-ten, Gedächtnisverlust und Schwindel.
Die in Abb. 1 gut sichtbare Zunahme der Beschwerdehäufigkeit in der Entfernungsklasse 50-100m deckt sich mit dem ebenfalls häufig in diesem Entfernungsbereich auftretenden Feldstär-kemaximum in städtischen Bereichen. Damit konnte gezeigt werden, dass die Beschwerden eine physikalische Ursache, nämlich die elektromagnetische Strahlung der Anlage, haben.

3.2 Effekte innerhalb kurzer Zeit
In einer Querschnittstudie wurden in Kärnten und Wien Personen untersucht, die länger als ein Jahr in der Nähe einer Mobilfunk- Basisstation lebten (Hutter H.P., 2002). Die Exposition der Studienteilnehmer wurde frequenzselektiv im Schlafzimmer gemessen (n=336). Das Maximum für die Summe der GSM-Mobilfunkbänder betrug 1400 µW/m2.

Unabhängig von möglichen Befürchtungen der Anwohner wurden signifikante Zusammenhänge zwischen der Leistungsflussdichte des GSM-Mobilfunks und Herz- Kreislauf-Symptomen wie Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Herzpochen/Herzjagen, Kopfschmerzen, rasche Erschöpfung, kalte Füße und Schwindelgefühl gefunden (Abb. 2).

Die Symptome traten bei Expositionswerten über 50µW/m2 auf. Die Auswahl der Studienteil-nehmer erfolgte repräsentativ ohne Selektion einer besonders empfindlichen Gruppe. Das be-deutet, dass die gefundenen Effekte repräsentativ für die Gesamtbevölkerung sind und so stark sind, dass sie bereits innerhalb kurzer Zeit sichtbar werden.

3.3 Basisstationen schädlich
In einer Querschnittstudie in La Nora, Murcia, Spanien, wurden Anwohner im Umfeld zweier GSM-Basisstationen untersucht (Navarro EA, 2003). Die Rekrutierung der Teilnehmer erfolgte über Selbstselektion. Der verwendete Fragebogen war mit dem von Santini identisch. Die Leis-tungsflussdichte wurde breitbandig (400- 3.000MHz) über dem Bett gemessen. Die Spektrum-analyse ergab die Dominanz zweier GSM-900/1.800 MHz-Basisstationen. Eine Aufteilung der Exponierten in eine Gruppe mit einer Entfernung von < 250m (mittlere Exposition 100 µW/m2) und eine Gruppe mit einer Entfernung > 250m Distanz (mittlere Exposition
1.100 µW/m2) zur Basisstation (n=101) zeigte für acht Symptome einen signifikant höheren Sco-re in der Gruppe mit der höheren Feldstärke: Gereiztheit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Appetitver-lust, Unwohlsein, Schlafstörung, Depression, Schwindelgefühl.

3.4 Mehr Beschwerden durch UMTS
Bei dieser Studie wurden im Doppelblind- Ansatz Teilnehmer einzeln in einer geschirmten Expo-sitionskammer gegenüber hochfrequenter Strahlung exponiert (Zwamborn APM, 2003). Die Ex-position der Probanden betrug 2.650 µW/m2. Dies entspricht der Exposition im Hauptstrahl einer typischen Mobilfunk-Sektorantenne in einer Entfernung von etwa 125 m. Von den drei Signalen (GSM 900MHz, GSM 1.800MHz, UMTS 2.100MHz) wurden pro Proband nur jeweils zwei Signa-le verwendet sowie eine Plazebophase. Die Einwirkzeit des Feldes betrug 15 Minuten mit einer Pause von 30 Minuten.
Es wurden zwei Gruppen zu je 36 Personen untersucht: Gruppe A hatte bereits gesundheitliche Probleme durch Mobilfunk- Sendeanlagen, Gruppe B durfte keine Beschwerden haben. Beide Gruppen erhielten einen Fragebogen mit 23 Einzelfragen zu ihrem Wohlbefinden.

Beim Summenscore über alle Fragen (Q1-Q23) zeigte sich bei der Exposition gegenüber dem UMTS-Signal bei beiden Gruppen eine signifikante Zunahme der Beschwerden. Bei der Gruppe B erhöhte sich der Summenscore von 2,44 (Plazebo) auf 3,08 (UMTS), bei der Gruppe A von 7,47 (Plazebo) auf 10,75 (UMTS). Bei den 23 Einzelfragen zum Wohlbefinden zeigte sich bei der Gruppe A bei 8 Fragen bei UMTS gegenüber Plazebo eine signifikante Verstärkung des Beschwerdegrades: Angegeben wurden Schwindel; Nervosität; Brustschmerzen oder Atem-wegsbeschwerden oder das Gefühl, nicht genug Luft zu haben; dass sich Körperteile taub oder kribbelnd anfühlen; dass sich Teile des Körpers schwach anfühlen; sich nicht konzentrieren zu können; leicht zerstreut zu sein; wenig Aufmerksamkeit für etwas zu haben.

3.5 Gefährdete Gruppe
Die oben angeführte Studie von Navarro wurde vom Autor dieses Beitrages mittels logistischer Regression (n=94) auf individueller Ebene analysiert (Oberfeld G, 2004). Es fanden sich signifi-kante Beziehungen zwischen den gemessenen Feldstärken und 13 Symptomen in einer Exposi-tions-Wirkungs- Beziehung. Die von den Studienteilnehmern geschätzte Entfernung zwischen Wohnung und Mobilfunksender wurde als Maß für mögliche Befürchtungen ins Modell aufge-nommen und änderte das statistische Modell kaum.

Auch diese Daten sind aufgrund der Selbstsektion quantitativ nicht auf die Gesamtbevölkerung übertragbar. Sehr wohl sind die Ergebnisse jedoch auf eine nicht näher quantifizierbare Gruppe innerhalb der Bevölkerung übertragbar, die unabhängig von möglichen Befürchtungen erhebli-che Störungen des Wohlbefindens und der Gesundheit, bedingt durch die Einstrahlung von Mo-bilfunk-Sendeanlagen, erleidet.

3.6 Mammakarzinom als Marker
Eine von niedergelassenen Ärzten in der Stadt Naila, Deutschland, durchgeführte Studie zeigte im Nahbereich einer GSMMobilfunkanlage (0-400 m) gegenüber dem Fernbereich (>400m) nach 5 Jahren Exposition eine signifikante Zunahme der Malignominzidenz um das Dreifache sowie ein um 8,5 Jahre geringeres Erkrankungsalter. Auffällig war insbesondere das Mamma-karzinom, das als mögliches Markerkarzinom für elektromagnetische Wellen angesprochen wird (Eger H, 2004).


4. Zielwertaspekte & Schutzmaßnahmen
Biologische und gesundheitliche Wirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Wellen sind unabhängig vom thermischen Wirkprinzip, das die Basis der Empfehlungen von ICNIRP ("Inter-national Commission on Non-Ionizing Radiation Protection") und WHO darstellt, als bewiesen anzusehen. Die Forschung sollte vordringlich die Frage der Expositions-Wirkungs- Beziehungen bei den verschiedenen technischen Anwendungen und Signalformen im Niedrigdosisbereich, der Kombinationswirkungen mit elektrischen und magnetischen Wechsel- und Gleichfeldern bzw. der Etablierung weiterer Wirkmechanismen und vor allem verträglicher Alternativen beant-worten.

Zum Schutz der individuellen und öffentlichen Gesundheit werden basierend auf dem heutigen Kenntnisstand aus wissenschaftlichen Daten und Empirie folgende Zielwerte und Schutzmaß-nahmen vorgeschlagen:

GSM-Sendeanlagen für die Summe im Freien 10 µW/m2, in Innenräumen 1 µW/m2.

DECT-Basisstationen, WLAN-Sender, Bluetooth-Sender und UMTS-Basisstationen sollten zu-mindest um den Faktor 10 strenger bewertet werden.

Schnurlos- und Mobiltelefone sollten generell nur für wichtige und dringende Gespräche ver-wendet werden.

Kinder und Jugendliche sollten Schnurlos- und Mobiltelefone wenn überhaupt, dann nur für Not-fälle verwenden. Eine vertiefte Befassung mit dieser Thematik wird dem interessierten Laien wie auch insbesondere Planern, Architekten, Ärzten, Behörden und Entscheidungsträgern empfoh-len.


Dr. med. Gerd Oberfeld Referent für Umweltmedizin der Österreichischen Ärztekammer Um-weltmediziner des Landes Salzburg

Weitere Informationen:
http://www.salzburg.gv.at/umweltmedizin

© MMA 2005, ärztemagazin 6/2005

http://www.aerztemagazin.at/dynasite.cfm?dssid=4169&dsmid=61902&dspaid=463830

Bei Anruf Demenz

Bei Anruf Demenz
Übrigens nehme ich den Aufruf der Bürgerwelle sehr ernst und bin im Rahmen meiner Möglichkeiten als Warnerin vor Handystrahlen in meinem Kreis recht erfolgreich. Wenn jeder in seinem Bekannten- und Verwandtenkreis als Multiplikator tätig ist, kann in der Summe viel dabei heraus kommen. Sehr viele Menschen wissen immer noch nicht was sie da für HF-Geräte im Hause haben und sind dankbar für Informationen.

Helga Günther


19.FEB 05 MAGAZIN

Frankfurter Rundschau

Moden

Bei Anruf Demenz

TEXT: Tobias Moorstedt

Die Mode ist ein Feld voller Tretminen. Selten meinen die Dinge das, was sie auf den ersten Blick sagen. Man muss die Zeichen zu deuten wissen.

Heute: Handy-Klone

Ein Telefonanruf kann schmerzhaft sein. Auf dem Handy-Display sitzt ein blass-weißer Frosch, friedlich und ruhig. Immer aber wenn ein ankommender Anruf das Mobiltelefon erschüttert, springt die animierte Tierfigur auf, als hätte man ihr eine Chilli-LSD-Injektion verpasst: Der Frosch beginnt zu halluzinieren, plappert, brabbelt, wackelt mit den Armen, die Augen verdreht, die Zunge am Kinn, hallo, ein Anruf, hallo, Alarm!

Mobiltelefone sind zu Multimedia-Geräten mutiert, können Videos, Bilder und Musik abspielen. Ganz oben in der Handy-Hitparade stehen jedoch keine Videoschnipsel von den üblichen Stars wie Nelly oder Xtina, sondern der so genannte „bekloppte Frosch“, das Nashorn „Spike“ oder das Kücken Sweety“. Kleine, hässliche Animationen aus der Klonwerkstatt des Computers. „MTV mobile“ macht in der Very Heavy Rotation der Werbepause die Kakerlake „Roque“ zur zentralen Identifikationsfigur. Und beim Marktführer „Jamba“ sind unter der Rubrik „Stars“ neben Usher und Beyoncé auch Sweety und Spike aufgelistet, gleichwertig und gleichberechtigt, als Ikonen des mobilen Unterhaltungszeitalters.

Die Handy-Tiere sind keine niedlichen Kuschel-Kreaturen, sondern übergewichtige Dickhäuter, Nager, Ungeziefer. Um ihre schrillen Techno-Kompositionen zu vermarkten, brauchen die Klingelton-Dealer ein Gesicht. Doch im mobilen Markt ist die Aufmerksamkeitsspanne besonders kurz, man muss auffallen, und das macht man nicht mit einem perfekt modellierten Gesicht, sondern mit verzerrten Zügen, Fratzen, Grimassen, den digitalen „Freaks of nature“.

Aber ist nicht Mut zur Hässlichkeit der Anfang jeder popkulturellen Bewegung? Und David Bowie hat in einem Interview mal gesagt: „ Jedes Medium bringt auch eine neue Art von Popstar hervor.“ MTV hat die Musik ins Fernsehen gebracht, und das Auge wurde wichtiger als das Ohr, das Image wichtiger als ein schöner Ton. Nun schlüpft die Musik in das Telefon und wieder entsteht ein neuer Star – schneller, greller, heller. Roque, Sweety und der bekloppte Frosch sind Stars der dritten oder vierten Art. Für die Strategen der Musikindustrie ist das eine positive Entwicklung. Die digitalen Kreaturen sind angenehme Arbeitnehmer. Beschwerden über lange Arbeitszeit und fehlende Privatsphäre sind nicht zu erwarten. Optische Korrekturen führt man ohne Blutverlust im Photoshop-Programm durch. Und das Beste: Spike und Smash sind beliebig zu vervielfältigen. Jeder kann sie besitzen und in der Hosentasche herumtragen. Bis das nächste Update kommt und der veraltete Popstar einfach gelöscht wird. „Popmusik nimmt gesellschaftliche Entwicklungen vorweg“, hat Jacques Attali gesagt.

Was nun in Zukunft blüht, zeigt vielleicht eine Studie der Lunds-Universität in Malmö. Bei Tierversuchen fanden die Wissenschaftler heraus, dass handyartige Strahlen Nervengewebe schädigen und Alzheimer auslösen könnten. Frosch, Kakerlake und Ratte sind perfekte Haustiere für die Generation Demenz. In 20 Jahren tanzen die hässlichen Tiere ein endloses Ringelreihen in unserem Kopf, und wir werden gefangen sein, in einem Alptraum aus scheppernden Glocken und blinkenden Lichtern – immer erreichbar, aber leider nicht mehr ansprechbar.

Quelle:
http://omega.twoday.net/stories/531201/

Mobilfunk Kriftel - fünf vor zwölf auch für die Grünen

Mobilfunk Kriftel - fünf vor zwölf auch für Die Grünen

Sehr geehrte Damen und Herren,

„Die Grünen“ in Kriftel wurden bereits Ende 2002 überstimmt, als CDU/SPD die Installation von Mobilfunkantennen auf der Seniorenwohnanlage Josef-Wittwer-Haus in Kriftel genehmigten. Seit dem herrschte bis auf meine Leserbrief-Aktivitäten Funkstille im Ort. Just flammt konkret dieses Thema mit voller Wucht wieder auf, die Verträge von zwei Betreibern liegen auf dem Tisch, unterschriftsreif! Zwei weitere Betreiber haben schon angeklopft!

Nach weiteren Veröffentlichungen meinerseits und seitens der BI Schwalbach in den Krifteler Nachrichten in den letzten drei Wochen, kommt jetzt langsam Leben in den Ort. Über Hunderte von Unterschriften wurden binnen weniger Tage gesammelt und werden unmittelbar der Gemeindeverwaltung präsentiert. Die Krifteler möchten keine Mobilfunkantennen innerorts haben. Die noch im St. Vitus versteckte Anlage wird lt. Bischof Kamphaus vertragsmäßig nicht mehr verlängert (1999-2009). Die Gemeinde Kriftel möge mit den Betreibern die „Bestrahlung“ aus der Peripherie (sprich z.B. vom Hochfeld oder von Strommasten) erörtern, sofern überhaupt noch „Strahlung“ erforderlich ist. Handyempfang ist überall! Es muss eine Bürgerversammlung stattfinden, wir leben in einer Demokratie! und plädieren für „keine Mobilfunkantennen in Wohngebieten!“ Wir möchten gehört werden! Das ist das Anliegen der Bürger.

Bürgermeister Duente ist kurz vor Ruhestand, der viel umstrittene Kämmerer und Erste Beigeordnete Seitz macht sich auch bereits unbeliebt. Und die Grünen hier in Kriftel schweigen sich zu Tode! Außer dem Vorsitzenden ist mir eh namentlich kein „Grüner“ hier bekannt. Und schon überhaupt keiner, der aktiv ist – sonst hätte diese Person spätestens in den letzten Wochen einmal mit mir Kontakt aufnehmen müssen!

Ich möchte Sie bitten, wenn schon „grün“, dann endlich einmal etwas zu tun, was eine Daseinsberechtigung der Die Grünen rechtfertigt. Immerhin wurde meinem Brief in dieser Mobilfunkangelegenheit (bereits im März 2003) an den hiesigen Vorsitzenden der Grünenfraktion bis dato keinerlei Beachtung geschenkt!

Es ist kurz vor zwölf in Kriftel - die Uhr tickt weiter – tick, tick, tick! Und fragen Sie mich jetzt bitte nicht, was Sie tun sollen! Denn die Bürger wissen inzwischen, wie spät es ist!

Die Verträge dürfen nicht unterzeichnet werden!

Mit freundlichen Grüßen

Marianne Kirst, Kirchstr. 19, 65830 Kriftel, Tel 06192-979200

Quelle:
http://omega.twoday.net/stories/531189
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